14 March 2006 @ 03:05 pm
Heinrich Gustav Arnoldsen  
geboren am 14.2.1902 in Berlin und am 13.10.1969 in Düsseldorf an einem Schlaganfall gestorben.
Eltern: Elisabeth und Richard Arnoldsen
Geschwister: Christian Thomas (*1895, gestorben 1917) und Marietta (*1906, gestorben 1972)

Heinrich wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen auf, sein Vater konnte die Familie mit einem mittelständischen Betrieb gut ernähren und einen bescheidenen Luxus bieten. Den ersten Weltkrieg erlebt er vornehmlich über die Briefe seines Bruders, der Mitte 1917 fällt.
Schon früh ist Heinrich Theater- und Literaturbegeistert. Nach seinem Abitur will er ein Schauspielstudium beginnen, wird allerdings nicht angenommen und wird dann Journalist. Gleichzeitig widmet er sich verstärkt der Dichtung und kommt schon bald mit der expressionistischen Künstlergesellschaft in Kontakt. Obwohl er dort und unter eingefleischten Liebhabern des Expressionismus leidlich bekannt wurde/ist, erreichte er nie annähernd den Ruhm, den zum Beispiel ein Wilhelm Lotz erhielt.
Obwohl er der aktiven Schauspielerei entsagt hat besucht er begeistert und regelmässig das Theater und ebenso regelmässig sind Schauspiel(er), Theater und Themen sowie Personen oder Objekte aus Theaterstücken Element seiner Dichtung.
Schließlich wandert Heinrich 1940 aus Deutschland in die Schweiz aus. Er besucht auch Großbritannien, kehrt aber dann wieder in die Schweiz zurück. Er unternahm auch bis einschließlich 1944 des öfteren (heimliche) Besuche seiner Schwester in Berlin. Freunde behaupten, dass es weniger seiner Schwester, als wegen dem Theater gewesen sei.
Seine entgültige Rückkehr nach Berlin ist Ende '46, Anfang '47. Kurzzeitig steht er unter Beobachtung der Besatzungsmächte, da seine Schwester Marietta mit einem SS-Mann verheiratet war.
Anfang der 50er wandert er von Berlin nach Düsseldorf ab. Er tingelte danach durch die großen Städte wie Frankfurt, München und Hamburg, bevor er 65 wieder nach Düsseldorf zurückkehrte.

WERK
Sein Werk besteht aus einer Sammlung expressionistischer (auch konventionellerer) Gedichte.

ZITATE
Beinahe prophetisch wirkt ein sehr kritisches Zitat von 1932:
"Entartete Kunst? Wissen die denn nicht, dass Kunst aus dem Menschen kommt? Und es tut mir Leid, wenn ich um mein Gefühl keine großen Worte, so wie die Klassiker, bauen kann, aber... entartet? Nein! Das müsste bedeuten, dass der Mensch, der diese Kunst schafft, entartet ist und der einzige Weg, der die Entartung zu vernichten wäre den 'entarteten' Menschen selbst zu vernichten."

"Ich habe die Großen [Künstler] meiner Zeit steigen und fallen sehen. Und fallen mussten sie freilich alle - früher oder später. Denn sterben muss jeder und eine komische Sache ist es, dass beim Ausheben des Grabes plötzlich soviel mehr Schmutz als nur Dreck und Erde aufgewühlt werden. Manchmal bricht das einem das Herz." - Anfang 1969

Über ihn:
"Obwohl er von kräftiger Konstitution und Statur, ist er oft krank und sieht fast immer wie schon halb tot aus." - Elisabeth Arnoldsen an ihre Schwester. Tatsächlich wird Heinrich oft eher als "groß und mager" sowie "kränklich und schwächlich/geschwächt wirkend" beschrieben.

"Hohe Wangenknochen und eingefallene Wangen. Die Augen in die Höhlen gesunken. Aber sie leuchten, leuchten! Wie Diamanten, lassen dich nicht los, wenn er nicht will!" - befreundeter Maler.
 
 
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